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Eberhard Schaich
Bologna 2010: Der
Reformprozess wird zum Reparaturbetrieb
Vortrag beim 108. Stiftungsfest der Cheruskia Tübingen
12. Juni 2010, 20.00 Uhr, kath. Gemeindezentrum Bachgasse 3
Liebe Cherusker,
Wieso Umbruchsituation, werden Sie vielleicht sagen. Die Bologna-Reform
liegt doch schon hinter uns, bewältigt, erledigt, abgehakt,
verwirklicht, und zwar mit dem 1. Oktober 2009. Zu diesem Datum wurde in
Baden-Württemberg durch das Hochschulgesetz vom 2. Januar 2006 ein
Verbot der Einführung von Studiengängen herkömmlicher Struktur erlassen,
also der Einführung neuer oder reformierter Diplom- oder
Magisterstudien-Gänge. Neue Studiengänge können ausschließlich Bachelor-
oder Masterstudiengänge sein; etwa noch vorhandene Studierende der
Diplom- und Magister-Studiengänge werden nach Maßgabe der alten Regeln
bedient und verabschiedet. Diese Studiengänge sind damit innerhalb von
wenigen Jahren an ihrem Ende und werden zu einem Stück deutscher
Universitätsgeschichte. So
war alles gedacht, etwa von unserem baden-württembergischen
Wissenschaftsminister Peter Frankenberg, der sich der Einführung von
Bachelor-Master-Strukturen mit ganz besonders innigem Eifer widmete. Es
ist in bemerkenswerter Weise anders gekommen.
2.
Die atypische Streiksituation im Wintersemester 2009/10 und ihre Konsequenzen
Der Streik erlangte eine neuartige Qualität dadurch, dass den
Studierenden seitens der Politik, insbesondere auch unserer
Landespolitiker, und seitens der Hochschulen, auch unserer Tübinger
Universitätsleitung, plötzlich eine ziemlich unverblümte und
exorbitante Zustimmung entgegenschlug und unzählige Bekenntnisse
abgelegt wurden, die Studierenden würden für eine gerechte Sache
kämpfen.
Was war geschehen?
Zahlreiche Argumente der Studierenden, die neuen Studienstrukturen
hätten ihre Zielsetzung verfehlt und würden ein „echtes“ Studium mit
Gestaltungsfreiheit unmöglich machen, verfingen bei Politikern wie bei
Hochschulen, sogar bei den Machern der Bologna-Reform.
Dabei waren diese Argumente keineswegs brandneu, wurden schon bei
der in Baden-Württemberg ziemlich ruppigen Durchsetzung innerhalb der
Frankenbergschen Hochschulreform so intensiv wie wirkungslos
vorgetragen, erfuhren aber jetzt eine neuartige Gewichtung. Denn sie
wurden von der Studierendenschaft, einer politisch nicht zu
ignorierenden Wählergruppe, in untypischer Einhelligkeit und mit starken
Argumenten präsentiert. Die Politiker aller Couleur stimmten ihnen je
nach Spektrum weitgehend oder total und aufs Wärmste zu, die
Universitäten betonten eilfertig einen Bedarf an Korrekturen der soeben
von ihnen geschaffenen Strukturen; Rektoren leisteten Sympathiebeiträge
zu Dauervorlesungen durch die Nacht, die von den protestierenden
Studierenden anberaumt wurden in Hörsälen, die kurz zuvor von der
Polizei geräumt wurden. Politiker wie Hochschulvertreter winkten
gewissermaßen den ursprünglich argwöhnisch beäugten studentischen
Protest des Wintersemesters mit Beifall durch die Arena der
Öffentlichkeit und garnierten ihn mit dem Versprechen, die soeben von
denselben Politikern und Hochschulvertretern gemeinsam durchgesetzte
Reform erfahre erhebliche Korrekturen. Diese gelte es nun schleunigst
einzugrenzen und zu verwirklichen. Das kann man als Einsicht, aber auch
als ein bemerkenswertes Beispiel für
Opportunismus oder politischen Zynismus interpretieren.
Bei dieser dynamischen Entwicklung rückte dann auch noch ein für die
deutsche Politik besonders typisches Phänomen ins Rampenlicht: Die
Politik verortete Versagen bei der Bologna-Reform ausschließlich bei den
Hochschulen; diese ihrerseits sahen vor allem die Hochschulpolitik am
Pranger. Eine solche degenerierte Streitkultur bei diesem ernsten Thema,
bei dem es um die Zukunft unserer akademischen Bildung geht, gerät uns
nicht zur Ehre. Denn für jedermann ist auf den ersten Blick und ohne
tief schürfende Analyse klar: Massive Fehler wurden auf beiden Seiten
begangen.
Insgesamt gehört der
Bologna-Prozess, der in unserem Land mit so viel selbstgefälligem Getöse
als Quantensprung der Hochschulreform angekündigt war, nunmehr
unabwendbar zu den zahlreichen Dauerbaustellen unserer Politik, die wir
nicht vollendet kriegen. Er ist damit eingereiht in die Serie
Steuerreform, Gesundheitsreform, Finanzmarktstrukturen,
Staatsverschuldung, die beliebig verlängerbar ist. Das ist schade und
war von Anfang an überflüssig. Erstmalig habe ich übrigens vor ganz
kurzer Zeit vernommen, dass „Bologna“ als Surrogat für einen weit
verbreiteten unmittelbare Klärung schaffenden Begriff aus der deutschen
Elementarsprache Verwendung findet, und zwar in der prägnanten
Missfallens-Formulierung „das ist Bologna“. In
einem etwas anderen und ernsteren Sinn bedeutet Bologna für unsere
Studierenden heute vor allem Unsicherheit der Studienstrukturen. Kein
Erstsemester-Student weiß heute, wie sich das von ihm gutwillig
angetretene reformierte Studium innerhalb von wenigen Semestern mausert,
weil neuartigen Reformbedürfnissen überstürzt Rechnung getragen wird.
Das ist eine unnötige Dauer-Zumutung.
Unsere Bologna-Probleme erschließen sich leicht, wenn man die Erinnerung
daran auffrischt, was mit dem Bologna-Prozess erreicht werden sollte,
und dieses Programm der gegenwärtigen universitären Wirklichkeit
gegenüberstellt.
3.Die drei Hauptziele des Bologna-Prozesses und die aktuelle
Abstrakt und allgemein ausgedrückt hat der Bologna-Prozess drei
grundlegende Ziele:
die Förderung der studentischen Mobilität durch die Schaffung eines
„einheitlichen europäischen Hochschulraumes“; alle Not der Studierenden
mit der Vielfalt der Hochschulen, vor allem mit den wenig deckungs-
gleichen Curricula, sollte ein für allemal aufhören; die Studierenden
sollten in ein neues Zeitalter lustvollen Studierens ohne jedwede
organisatorische Verwicklungen eintauchen;
die Förderung von internationaler Wettbewerbsfähigkeit in dem Sinne,
dass Absolventen von Hochschulen auch für Arbeitsmärkte in anderen
europäischen und möglichst auch überseeischen Ländern qualifiziert sein
sollen und keine zusätzlichen Berechtigungen erbringen müssen;
die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen; damit ist
gemeint, dass wirtschaftlich verwertbaren Kenntnissen und Fertigkeiten
bei den Studieninhalten ein Vorrang einzuräumen sei.
Die universitäre Wirklichkeit dokumentiert, dass bei diesen
grundlegenden Zielen erhebliche Fortschritte zu verzeichnen sind, die
indessen keineswegs überall gut geheißen werden und daher auch
Gegenstand des studentischen Protestes im vergangenen Winter gewesen
sind. Da
ist zunächst die studentische Mobilität. Die globalisierte Wirtschaft
der internationalen Unternehmungen macht Sprachfertigkeiten und
Kulturwissen inzwischen zu Voraussetzungen jedweden beruflichen
Erfolges. Dabei reicht es nicht mehr zu, sich in westlichen Staaten in
englischer Sprache zu Recht zu finden. Gefordert ist vor allem die
Auseinandersetzung mit Kulturen und Zivilisationen der sogenannten
BRIC-Staaten (Brasilien; Russland; Indien; China); sie repräsentieren
ca. 40 % der Weltbevölkerung und sind die Hauptträger des
wirtschaftlichen Wachstums. Sich mit diesen Ländern zu befassen, ist bei
unseren Studierenden sehr wohl im Trend; dem wurde auch durch
strukturelle Verbesserungen im Lehrangebot Rechnung getragen: Das China
der Gegenwart, das Indien der Gegenwart wurden in den Vordergrund
gerückt zu Lasten historisierender Konzepte von Sinologie und Indologie,
etwa auch an der Universität Tübingen.
Und doch: Die Anzahl der Studierenden, die Auslandssemester absolvieren,
ist insgesamt rückläufig, wenngleich sich dieser Trend weniger auf die
BRIC-Staaten beziehen dürfte. Ich behaupte, dass diese bedauerliche
Entwicklung keineswegs von einer reduzierten Weltoffenheit unserer
Studierenden herrührt, sondern in der gnadenlosen Überregulierung der
Bachelor-Master-Strukturen begründet ist. Sie lassen keine Zeit zum
Nachdenken, Durchatmen, Abstand-Gewinnen und natürlich auch nicht zum
Auslandsstudium. Ein solches geht in jedem Falle zu Lasten einer
längeren Studiendauer und passt deshalb häufig nicht in das
Studierschema.
Die Universitäten tragen an dieser Entwicklung wenig Schuld; die Praxis
der Anerkennung von Studienleistungen im Ausland durch sie ist
inzwischen nach dem Prinzip: Gleichartigkeit reicht, es muss nicht
Gleichwertigkeit sein - so stark liberalisiert, dass Niveaubedenken
gerechtfertigt sind.
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Absolventen ist
ebenfalls ein Sektor, auf dem es gegenüber Bologna-Zielen keine Defizite
gibt. Unsere Absolventen, denken Sie etwa an Wirtschaftswissenschaft,
Ingenieur- oder Naturwissenschaften, sind auf den internationalen
Arbeitsmärkten wegen anerkannter Leistungsfähigkeit und internationaler
Ausrichtung sehr gefragt. Allerdings ist es so, dass diese
Leistungsfähigkeit kaum durch einen Bachelor- oder Master-Abschluss
veredelt wird, sondern dem Prinzip folgt: Qualität setzt sich eben
durch. Die Entwicklung ist positiv, weil unsere Absolventen etwas können
und belastbar sind. Um
diese Aussage weiter zu belegen, richte ich Ihr Augenmerk auf die
Disziplinen Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin, Zahnmedizin und
Pharmazie.
Bachelor- und Masterstrukturen sind nach durchscheinender Auffassung
unserer Gesetzgeber dann doch nicht so überzeugend, dass man sie auch
diesen Kerndisziplinen zugemutet hätte, die von Alters her den Kern der
Universitätsausbildung dargestellt haben. Man erinnere sich an die
Gründung der Universität im Jahre 1477, die durch drei Urfakultäten:
Theologie, Rechtswissenschaft und Medizin geprägt war, zu denen sich die
Artes liberales – heute etwa Philosophie und Sprachen – als leicht
diskrimierter vierter Bereich gesellten. Die Wertschätzung von
Absolventen deutscher Universitäten auf dem internationalen Arbeitsmarkt
erstreckt sich gerade auch auf diese Gebiete. Etwas anderes ist zu den
Lehramtsstudiengängen zu sagen. Hier gibt es trotz heißer Diskussionen
keine Bachelor-Master-Struktur. Aber auch mit solchen Strukturen dürfte
der internationale Arbeitsmarkt nicht leicht aufschließbar sein;
deutsche Absolventen von Lehramtsstudiengängen dürften in jedem Fall und
nachhaltig Schwierigkeiten haben, im Ausland Lehrerstellen zu erlangen,
ohne dass dies an ihrer Qualifikation läge.
Die sogenannte Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen
ist hingegen zu einer
Zielvorstellung mutiert, die im Gefolge der aktuellen
Reform-Reform-Diskussion eine zentrale Stellung einnimmt. Die
Studiengänge sollten gestrafft und von allem schmückenden Beiwerk
befreit werden. Insbesondere, auch das ist als Beschäftigungsfähigkeit
interpretiert worden, sollten die Ausbildungszeiten stark verkürzt
werden, damit die Formbarkeit der Absolventen durch Hierarchien in der
Wirtschaftspraxis nicht allzu sehr verschüttet werde. Hier schimmert die
Effizienzbeseeltheit deutscher und insbesondere schwäbischer Politiker
durch, bei denen weniger die Qualität, sondern die Geschwindigkeit einer
Ausbildung im Vordergrund steht. Nach deren kaum verhüllten
Vorstellungen muss ein Absolvent wie ein funktionstüchtiges Werkstück
auf die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes eingepasst sein und wie ein
Auto vom Fließband eine möglichst kurze Produktionsdauer haben. Das geht
natürlich auch massiv gegen die Lebensräume studentischer Verbindungen.
Einem Bund beizutreten und dort aktiv zu sein, wird durch
Bachelor-Master-Strukturen massiv behindert.
Hier ist von den fordernden Politikern ebenso wie von allzu willfährigen
Universitäten und Fakultäten weit über das Ziel hinausgeschossen worden.
„Kaum haben sich die neuen straff organisierten Studiengänge etabliert,
kommt gleich gehäuft die Forderung nach einem breiter angelegten
Studium, nach mehr Allgemein- und Persönlichkeitsbildung.“ So Michael
Seifert in der neuesten Ausgabe von attempto! Und der
Hauptgeschäftsführer der IHK Stuttgart, Andreas Richter, schreibt:
„Wichtig ist, dass der Absolvent neben der fachlichen Kompetenz auch
soziale Fähigkeiten hat. Die Studenten brauchen Raum für ein Studium
Generale.“ Und im Herbst 2009, man traut seinen Augen nicht, äußert sich
Peter Frankenberg wie folgt: „Ich glaube, man muss die Option haben, ein
Semester oder sogar zwei ein Propädeutikum
studieren zu können“. Was denn, wird man zu Recht fragen? Ist das
nicht eine neue Positivbewertung des zuvor verpönten und verschmähten
Ballastes und darüber hinaus eine massive Studienzeitverlängerung? Ist
das nicht das Konterprogramm zu unserer G 8-Schulzeitverkürzung auf 12
Jahre? Schon gibt es Universitäten, die unter Bezeichnungen wie „IndiTrack“
(Universität Freiburg) oder „Komplementärstudium“ (Universität
Lüneburg) einjährige Studienprogramme mit Fächer überschreitenden
Studieninhalten anbieten. Das vollmundige Motto zum Komplementärstudium
in Lüneburg lautet beispielsweise: „Echter Perspektivenwechsel im
Komplementärstudium: Vielfältige Weltsichten eröffnen vielschichtige
Wahrheiten“.
Hier wird massiv zurückgerudert, Abstand genommen von einem überzogen
umgesetzten Grundkonzept der (wirtschaftlichen) Nützlichkeit der allzu
sehr verschlankten Inhalte von Studiengängen und der unmittelbaren
Einsetzbarkeit von Absolventen bei Prozessen in der Praxis, etwa der
industriellen. Mehr Allgemeinbildung, mehr Studium Generale, mehr
Universitas brauchen wir, heißt es neuerdings, nachdem gerade all dieses
der Bologna-Reform geopfert wurde. Wir kehren zurück zu einer Vernunft,
die vor dem Bologna-Prozess noch vorherrschte.
Natürlich konzediert kein Politiker, dass er sich bei der gnadenlosen
Durchsetzung von Brauchbarkeitskriterien bei der Bologna-Reform der
Studieninhalte geirrt habe. Die Formulierungen sind typisch und ein
wenig entlarvend: Am 8. März 2010 erklärte unser Wissenschaftsminister
Frankenberg am Ende eines Bologna-Kongresses des
Wissenschaftsministeriums schlicht und ohne Anflug von Selbstkritik:
„Wir müssen den Bologna-Prozess flexibler gestalten“. Das heißt nichts
anderes als: Wir müssen die Rigidität der Vorgaben, die den Hochschulen
unter dem Stichwort „Bologna“ übergestülpt wurden, zurück-fahren,
übrigens auch deshalb, weil vieles von Bologna gar nicht vorgegeben,
sondern von der hiesigen Politik draufgesattelt war. Das ist ein
wesentliches Stück Reform der Reform. 4.Die Bologna-Zyklen in der Hochschulbildung
In der Deklaration von Bergen
wird die Bologna-Reform in der Form eines Systems von drei aufeinander
aufbauenden Zyklen in der Hochschulbildung konkretisiert. In
formelhafter Sprache kann man von einem 3 + 2 + 3-System sprechen. Das
bedeutet folgendes: In
einem ersten Studienabschnitt, der nach durchgängigen deutschen
Festlegungen zu einem Bachelor of Arts oder Bachelor of Sciences führt,
soll eine erste Berufsqualifikation erworben werden. Man sieht übrigens
nicht mehr, welcher Studienrichtung der Absolvent angehört: Chemie und
Psychologie etwa führen zu identischen Graden; undifferenzierte und
missverständliche Bezeichnungen sind eine viel beklagte
Bologna-Konsequenz. Die Dauer von drei Jahren wurde ursprünglich mit
einer erheblichen Militanz politisch festgemauert, ist aber inzwischen
bereits völlig aufgeweicht. Man wollte zunächst, grob gesprochen, die
Studierendenmassen mit einer Drei-Jahres-Ausbildung abfertigen mit der
Maßgabe, dass sie darnach nicht weitermachen, die Hochschulen zügig
verlassen und im Arbeitsmarkt verschwinden. Entsprechend sollten auch
die Studieninhalte modifiziert werden: Das Bachelor-Studium sollte, was
allerdings niemand so richtig explizit machte, kein wissenschaftliches
Studium sein, sondern Kenntnisse und Fertigkeiten für die angestrebten
Berufsfelder vermitteln. Mit einem Wort: Das Bachelor-Studium war
ursprünglich als eine Art Schnellbleiche für weniger Qualifizierte
konzipiert, bei welcher auch sogenannte Schlüsselqualifikationen zu
vermitteln sind, also subuniversitäre Wissensgebiete, die für das
berufliche Überleben wichtig sind und übrigens früher von Schule und
Elternhaus beigetragen wurden. Die Humboldtsche Einheit von Forschung
und Lehre wurde dabei nicht explizit, jedoch zumindest konkludent zu
Grabe getragen. Da
entgegen ursprünglicher Behauptungen Drei-Jahres-Bachelor im
anglo-amerikanischen Raum für ein Weiterstudium häufig nicht akzeptiert
werden, ist inzwischen, auch in Tübingen, eine hektische Betriebsamkeit
ausgebrochen. Die soeben mit heißer Nadel gestrickten und durch die
Gremien gepeitschten Drei-Jahres-Bachelor-Ordnungen sollen unverzüglich
durch Vier-Jahres-Bachelor-Strukturen ersetzt oder durch solche ergänzt
werden mit der Konsequenz, dass sich die inzwischen graduierten
Drei-Jahres-Bachelor-Absolventen düpiert fühlen. Es kann keinem Zweifel
unterliegen, dass die Konzeption des Bachelor-Studiums immer noch nicht
stabil ist. Abzusehen ist, dass die Politik die von mir gekennzeichnete
Militanz für den Drei-Jahres-Bachelor aufgibt und, um das Gesicht zu
wahren, Drei- und Vier-Jahresmodelle nebeneinander zulässt. Dies lässt
sich ebenfalls als Flexibilisierung schön reden, ist aber eine klare
Abkehr von ursprünglichen Positionen.
Die Schwäche des Drei-Jahres-Bachelors offenbart sich in vielen Fächern,
etwa in den Natur- und Ingenieurwissenschaften mit der häufig aus der
Praxis heraus gestellten Frage, was denn mit einem Bachelor der
Elektrotechnik oder einem solchen der Chemie anzufangen sei,
insbesondere, ob ein solcher wenigstens als Handwerker oder als Laborant
oder Chemotechniker einzusetzen sei. Dahinter steckt die Erkenntnis,
dass in vielen naturwissenschaftlichen Fächern ein Bachelor-Studium
keine ernst zu nehmende Berufsqualifikation leisten kann. Leider ist es
bei zahlreichen Geisteswissenschaften ebenso, beim Bachelor der
Philosophie ebenso wie beim Bachelor etwa der Ägyptologie. Was ist das
Berufsfeld, für welches ein solcher qualifiziert? Ob der
Vier-Jahres-Bachelor alle diese Probleme gegenstandslos machen kann, ist
massiv zu bezweifeln. Die Forderung, den Master-Abschluss in den Natur-
und Ingenieurwissenschaften als Regelabschluss einzuführen, wird
inzwischen ernsthaft diskutiert zusammen übrigens (CSU) mit der
Forderung, den Diplom-Ingenieur wieder aufleben zu lassen. Seit gestern
fordert das auch Peter Frankenberg, der Rigorist bei der Einführung der
neuen Strukturen in Baden-Württemberg. Damit würde das ganze
Bologna-Gebäude in seiner Standfestigkeit gefährdet: Was man den
Ingenieuren konzediert, kann man den Wirtschaftswissenschaftlern, den
Psychologen, den Soziologen, den Pädagogen, nicht verweigern. Diese
Flexibilisierung, die man auch als Rückzug aus Grundpositionen
interpretieren kann, wird es wohl nicht so leicht geben. Der
Gesichtsverlust wäre zu groß. Übrigens: Die Abschaffung unserer Diplom-
und Magistergrade wird von Bologna keineswegs gefordert. Man hätte
durchaus den Master of Business Administration etwa als Diplom-Kaufmann
weiterführen können. Das wollte man nicht. Deutsche Traditionen sollten
eliminiert werden.
Ein Master-Studium soll dann Spezialisierung und Verwissenschaftlichung
des Studiums in Fortsetzung der Bachelor-Ausbildung erbringen. Die
Vorstellung, dass man mit dem Master-Abschluss ungefähr Diplom- oder
Magisterniveau erreiche, ist weit verbreitet und sicher empirisch wohl
begründet. Essentiell zu Bologna gehört indessen, dass die Mehrzahl der
Bachelor-Absolventen nicht ins Master-Niveau vorrückt, sondern nur eine
Minderheit besser Qualifizierter. Die Politiker wollen damit das früher
so genannte Hauptstudium verschlanken. Leider hat sich inzwischen
ergeben, dass in manchen Fächern ein Bachelor nicht viel
Berufsqualifikation bringt und dass in einzelnen Fächern wie
Wirtschaftswissenschaft der Andrang zum Master-Studium so gering ist,
dass sich die Fakultäten
Sorgen um die Wissenschaftlichkeit in ihrer Lehre machen müssen. Die
Vorstellung, dass die Mehrzahl der Bachelor nicht zum Masterstudium
zugelassen werden sollen, ist deshalb in der Politik wie an den
Hochschulen längst zu Grabe getragen worden. Natürlich wird auch hierzu
das Wort Flexibilisierung stark strapaziert; es soll den Fakultäten
unbenommen bleiben, über die Zulassung zum Masterstudium ohne
politisches Korsett entscheiden zu können.
Die Dauer des Master-Studiums ist bis heute ein heißes Eisen. Wenn die
„3“ als Dauer des Bachelor-Studiums zu einer „4“ mutiert, dann muss das
Master-Studium auf ein einziges Studienjahr reduziert werden, ein
Studium also, das schon zu Ende ist, bevor man es richtig begonnen hat.
Denn Bologna schreibt vor, dass die Summe der Studienjahre gerade 5
ergeben muss. Da bleibt nur noch die Anfertigung einer „großen“
Abschlussarbeit und zwei, drei Seminare als Studienprogramm, eine
wahrhaft degenerierte Konzeption eines wissenschaftlichen
Spezialstudiums. Inzwischen hat man den Weg zum Vier-Jahres-Bachelor
betreten, aber die fatale Konsequenz eines einjährigen Master-Studiums
noch nicht wirklich realisiert und nicht umgesetzt.
Schon liest man nicht ohne leises Schmunzeln, dass die Höchstdauer von
zehn Semestern für Bachelor- und Masterstudium zusammen auf Initiative
Baden-Württembergs bereits flexibilisiert worden sei und überschritten
werden könne. Das bedeutet, dass eine heilige Kuh, die vor wenigen
Jahren noch mit Kraftnahrung gefüttert wurde, nämlich die Einhaltung der
Studienzeit 5 Jahre für
Bachelor und Master zusammen, einfach geschlachtet wurde. Es ist dann
doch bemerkenswert, was alles dem Schlüsselbegriff Flexibilisierung
unterschoben wird, in Wahrheit aber Revision oder Preisgabe ursprünglich
hart verfochtener Bologna-Konzepte bedeutet.
Die Promotion bzw. Habilitation – letztere ist bekanntlich gesetzlich in
ihrer Bedeutung dramatisch gemindert worden, wird aber nach wie vor an
den Universitäten intensiv praktiziert – wird durch Bologna auf drei bis
vier Jahre Vollzeitbeschäftigung veranschlagt und durch eigenständige
Forschungstätigkeit beschrieben. Dabei kommt als typisch deutscher
Beipack hinzu, ohne dass dies wiederum von Bologna direkt gefordert
würde, dass nach amerikanischem Muster ein Promotionsstudium zu
absolvieren ist. Natürlich geht Promotion nur, wenn zuvor ein
Masterstudium mit beachtlichem Erfolg absolviert wurde.
Promotionsstudium bedeutet, dass der Doktorand nicht nur eine
Dissertation mit Neuigkeitswert zu verfassen hat, was schwer genug ist,
sondern auch Lehrveranstaltungen, insbesondere Seminare, besuchen muss,
die zu seinem Promotionsthema nur eine entfernte Beziehung haben. Die
Promotion wird damit deutlich erschwert und dadurch für junge
Absolventen unattraktiv. Sie kostet Zeit und ist deshalb auch finanziell
aufwändig. Außerdem gefährdet sie fundamental die Position des
wissenschaftlichen Mitarbeiters, von dem die Universitäten bislang zu
einem erheblichen Umfang gelebt haben. Ohne Finanzierung, etwa durch
Promotionsstipendien, wird kaum jemand diesen riskanten Pfad betreten.
Letztlich bedeutet dies, dass in Zukunft Promotionen nur noch von
Kandidaten angestrebt werden, die eine wissenschaftliche Laufbahn
ansteuern. Das freie Promovieren mit dem Ziel, für eine Tätigkeit in der
Praxis intellektuell besonders gut gerüstet zu sein, wird sehr
erschwert, praktisch verunmöglicht. Promovierte in der Praxis werden in
der Zukunft den Verdacht gegen sich haben, eine wissenschaftliche
Laufbahn verfehlt zu haben. Promovieren unter Bologna-Strukturen ist
indessen noch nicht Universitätsalltag geworden; die Kandidaten der
Gegenwart entstammen alle noch den herkömmlichen Studienstrukturen.
Schwierigkeiten, etwa bei den Chemikern oder bei den
Wirtschaftswissenschaftlern, aber auch bei vielen
Geisteswissenschaftlern, dürften sich indessen bald auftun. Eine
spannende Frage wird sein, ob sich dann auch hier unter dem Zauberwort
Flexibilisierung ein Prozess entwickeln wird, der eine vernunftbetonte
Abmilderung eines ursprünglich ersonnenen Rigorismus zum Ziel hat.
Insgesamt steht zu erwarten, dass die von der Politik erdachten
Bologna-Strukturen mit ihrer Erprobung und mangelnden Bewährung
deutliche Variationen erfahren werden, für welche das Wort
Flexibilisierung nur eine unzulängliche Charakterisierung liefert. Der
Anfang ist gemacht.
5.
Die Einführung des ECTS (European Credit Transfer System)
Das Bologna-System ist durch den Versuch charakterisiert, die zeitliche
Inanspruchnahme der Studierenden zur Bewältigung eines Stoffes zu
quantifizieren und vorzuschreiben. Lernen und wissenschaftliches
Arbeiten wird also in kleine Partikel zerlegt und, ähnlich wie bei der
Kalkulation in einem Fertigungsbetrieb bei Einzelfertigung, in
erforderliche Arbeitszeiteinheiten transformiert. Die Grundeinheit ist
dabei ein „Credit“ im Sinne des ECTS. Unter Verwendung dieser
Grundeinheit muss ein Bachelor wenigstens 180 bis höchstens 240 Credits
umfassen; ein Master-Studium wird mit 60 bis 120 Credits bemessen. Ein
Master-Absolvent muss insgesamt 300 ECTS-Credits erworben haben. Für das
Promotionsstudium wurden keine Punktezahlen nach ECTS festgelegt. Die
Bemessung eines Semesters mit ca. 30 Credits ist offensichtlich als
Konstruktionsprinzip zu Grunde gelegt. ECTS-Punkte sollen nicht nur den
Studienplatzwechsel erleichtern, sondern und vor allem das Studium durch
Lernstoffmengenvorgaben begrenzen.
Der Kandidat hat also im Laufe seines Studiums, gleichgültig, wo er
studiert, eine bestimmte Anzahl von ECTS-Punkten zu erwerben, zu
akkumulieren; deshalb heißt: ECTS inzwischen auch „European Credit
Transfer and Accumulation System“. Allerdings muss der Erwerb der
Credits mit den Studien- und Prüfungsplänen kompatibel sein.
Ohne Zweifel ist mit diesem System für die Bewältigbarkeit eines
Studiums auch durch durchschnittliche Studierende, durch
Nicht-Überflieger, durch Unterflieger, einiges gegen die Prüfungswillkür
gewonnen. Allerdings ist auch in dieser Hinsicht nicht alles im Lot.
Die KMK hat schon vor einiger Zeit festgelegt, dass ein ECTS-Credit eine
studentische Arbeitszeit von 30 Stunden repräsentieren solle. In einem
Semester zu 30 Credits kommen damit also 900 Arbeitsstunden zusammen,
pro Monat (ein Semester umfasse 5 Monate) also 180 Stunden.
Das ist verhältnismäßig viel, wenn man bedenkt, dass in der
Wirtschaft ein Arbeitsmonat allenfalls 160 bis 170 Arbeitsstunden
umfasst und ein Studium zwangsläufig durch vielerlei weniger produktive
Zeiten garniert ist.
Die Hauptproblematik des Systems liegt in dessen Umsetzung bei den
Hoch-schulen. Eine erste Gefahr liegt in der Handhabung durch
Professoren, die sehr gerne ihr eigenes hohes Niveau durch besonders
hohe Ansprüche an die Studierenden gespiegelt sehen möchten. Das sind
dann Lehrveranstaltungen, die bezüglich Stoffqualität und –Quantität nur
von wenigen zu bewältigen sind. Dieses Phänomen wird verschwinden, weil
das Bologna-System die Möglichkeit bietet, anspruchsvolle Inhalte in
Spezialveranstaltungen des Master- oder Doktorenprogrammes auszulagern.
Aber in Ansätzen ist es noch virulent, und zwar aus nachvollziehbaren
Gründen. Bei der Einführung der Bologna-Strukturen bot sich die
Komprimation von Inhalten von Vier-Jahres-Diplom- oder
Magisterstudienprogrammen auf den Drei-Jahres-Bachelor in besonderer
Weise an; Lehr- und Prüfungskonzepte konnten mit dieser Strategie der
Bequemlichkeit unverändert weitergeführt werden. Längerfristig wird sich
dies kein Hochschullehrer mehr leisten, weil die Studierenden
ausbleiben. Aber Spuren davon sind noch da.
Das ECTS-System der Akkumulation von Elementarteilen von Prüfungen über
das ganze Studium hinweg hat das Studieren grundlegend verändert. Der
moderne Bologna-Studierende ist in jedem Semester aufs Neue auf der
Hetze nach den 30 Credits, die er laut Studienplan zu erbringen hat.
Failliert er in einer Abschlussprüfung, nimmt ihm die
Wiederholungsprüfung zu Beginn des neuen Semesters die Lebenslust in der
vorlesungsfreien Zeit. Studieren bedeutet also von Anfang an Pensum
erfüllen, Studienpläne abarbeiten, Klausurvorbereitun-gen treffen,
Zeitdruck. Kontemplation, Kultur, Studentenleben, Verbindungs-leben,
Interessen außerhalb des Fachstudiums, Muße haben viel Stellenwert
eingebüßt. Das ist politisch gewollt gewesen gemäß dem alten Vorurteil
gegen Hochschulen: „Jetzt sollen die an den Universitäten endlich mal
mit schaffen anfangen“ (Erich Barthold, Reutlingen, ehemals MdL). Der
Studierende im Dauerstress ist als zukunftweisend in die Bologna-Reform
eingegangen. Es mehren sich indessen die Stimmen, dass auch hier eine
Revision unter dem heilsamen Wort Flexibilisierung nottut. Auf Ansätze
in dieser Richtung habe ich bereits hingewiesen.
Mit dem ECTS-System ist übrigens auch eine Revision des Systems der
Notenvergabe verbunden, die allerdings nicht konsequent umgesetzt werden
kann, weil sonst die Prüfer völlig entmachtet wären. Eigentlich verlangt
Bologna, dass bei einer Prüfung vorab festgelegt wird, mit welcher
Mindestleistung man besteht. Bei der Teilgesamtheit der Bestandenen
werden sogenannte Quantile vorgegeben, nach denen die Noten zu vergeben
sind. Etwa sollen die besten 10 % unter den Bestandenen die Note „A“
(„sehr gut“) erhalten, weitere 25 % die Note „B“ etc. Das ist das
Prinzip der relativierten Benotung: Es wird sicher gestellt, dass es
immer zureichend viele mit der Note „Sehr gut“ gibt; leistungsschwache
oder leistungsstarke Jahrgänge kann es nicht mehr geben. Der
Leistungsschwächere sorgt dafür, dass der Leistungsstärkere eine bessere
Note bekommt. Immerhin ist hier keine Flexibilisierung anzusagen, weil
ein solches System bei uns noch nicht durchgesetzt wurde. Es ist nichts
anderes als eine Übernahme von problematischen Gepflogenheiten an
amerikanischen Universitäten.
Akkreditierung als Instrument der Kontrolle von Studiengängen Zu
Bologna gehört letztlich auch das Bedürfnis der Kontrolle von Studien-gängen
durch geeignete staatliche oder halbstaatliche Instanzen. Hierfür ist
das Wort Akkreditierung im intensiven Gebrauch. Es gibt Akkreditierungs-erfordernisse,
Akkreditierungsagenturen und die Notwendigkeit für die Fakultäten, gegen
gutes Geld die eingeführten Studiengänge einem solchen Prozess zu
unterwerfen; sonst werden sie eventuell ministeriell nicht genehmigt
oder eingestellt. Nicht sehr klar ist, was dabei geprüft werden soll;
genannt wird die sogenannte Studierbarkeit, also die Kontrolle der
Stoffülle, und die Modularisierung, also die Zerlegung in Teileinheiten
mit Praktizierung des ECTS-Systems; gelegentlich wird auch noch die
Marktgängigkeit von Absolventen genannt, insbesondere bei sogenannten
kleinen Fächern wie Ägyptologie, klassische Philologien oder
Etruskologie. Vor allem geht es also um äußerliche und organisatorische
Kriterien. Inzwischen haben sich fundamentale Zweifel daran entwickelt,
ob Akkreditierung wirklich die Qualitätssicherung von Studiengängen
leisten kann oder als neue Hochform von kostspieliger Bürokratisierung
abgelehnt werden muss. Vielfach wird argumentiert, die Qualität eines
Studienganges sei vor allem die autonome Angelegenheit der
veranstaltenden Hochschule und letztlich nur durch den Markt zu
entscheiden. Ich sehe den derzeit noch virulenten Akkreditierungs-boom
daher im energischen Abklingen und gehe davon aus, dass sich
Qualitätssicherung für Lehre und für Forschung mittelfristig zu einem
inneruniversitären Tätigkeitsfeld von erheblicher Bedeutung entwickelt,
auf dem sich auch die wissenschaftliche Reputation der Hochschule
entscheidet. Damit komme ich zum Schluss.
Bilanz und Ausblick
Der ganz große Wurf ist Bologna sicher nicht geworden. Hierfür spricht
auch, dass kaum Versuche unterwegs sind, die von mir zu Beginn genannten
großen und traditionsreichen Studiengänge Rechtswissenchaft, Medizin und
Theologien
sowie den Lehramtsbereich einzugliedern. Bologna ist wohl doch nicht so
überzeugend, dass man diese Fächer ebenfalls mit Bologna-Strukturen
belasten möchte, obwohl etwa in den Vereinigten Staaten
Bachelor-Master-Strukturen schon immer ein vollständig flächendeckendes
Phänomen gewesen sind.
Ich setze auf diese Erkenntnis und gehe davon aus, dass die
Bologna-Revision, auch wenn sie als „Flexibilisierung“ getarnt wird, uns
noch einige Jahre in Atem halten wird. Natürlich wird es und soll es
kein Zurück zur Vor-Bologna-Zeit geben. Aber die größten Patzer bei der
Umsetzung dürften wohl in einem mehrjährigen Prozess, der uns
bevorsteht, beseitigt werden. Da bin ich optimistisch. Dann wird es auch
bei den jungen Menschen wieder mehr Lust auf Studieren und mehr
Interesse an wissenschaftlichem Fortschritt und
an fächerübergreifenden Perspektiven geben und mehr Lebensraum
übrig bleiben, etwa auch für eine Mitgliedschaft in der Cheruskia.
Deutsche Hochschul-tradition lässt sich eben nicht vollständig
ausrotten. Das ist gut so. |